| Teure
Passverlängerung statt Urlaub
von Khalid A. Dayani und
Manuela Pantea |
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Es sind Schulferien, Urlaubszeit, und die Kinder drängen
Hamid, Zuwanderer aus Afghanistan, endlich auch einmal in
Urlaub zu fahren. Doch an Urlaub kann Hamid dieses Jahr, wie
auch die letzten Jahre nicht denken. Für ihn, seine Ehefrau
und die fünf Kinder steht wieder einmal die alljährliche
Passverlängerung an. Die Verlängerung um ein Jahr
kostet Hamid 112 Euro pro Person, also 784 Euro für die
gesamte Familie. Und diese Kosten fallen jedes Jahr an.

Repräsentation kostet Geld. Der Bürger zahlt. |
So wie Hamid geht es vielen Ausländern in Deutschland,
die noch keine deutsche Staatsbürgerschaft haben.
Hilflos sind sie den Gebühren von Botschaften und
Konsulaten ausgeliefert – von Ländern, die
sie oft einmal aus politischen Gründen verlassen
haben. Hier müssen Sie sich dann die teuren Tarife
von einem zumeist kleinen Einkommen oder sogar von der
Sozialhilfe absparen, damit die offiziellen Vertreter
Ihres Landes einen Mercedes fahren können, so der
Eindruck vieler Zuwanderer. Für sie gibt es keine
Beschwerdestelle, an der sie sich über die überhöhten
Tarife für Passverlängerung beschweren könnten.
Und manche Botschaften und Konsulate nutzen das schamlos
aus.
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Ethnotrade will das ändern: Berichten Sie uns Ihre Sorgen
und Probleme mit Botschaften und Konsulaten – wir werden
darüber berichten und bei den offziellen Vertretern Ihres
Landes nachfragen.
Artikel von Khalid A. Dayani
Teure Passverlängerung: Afghanistan 112 mal
so teuer wie Estland
ETHNOTRADE fragte nach, wie viel eine Passverlängerung
für einzelne Länder kostet und für wie lange
der Pass jeweils verlängert wird. Nach dem Bericht eines
Betroffenen afghanischer Herkunft hatten wir die Vermutung,
dass die Gebühren für Passverlängerungen zwischen
einzelnen Ländern stark unterschiedlich sein könnten.
Aus diesem Grunde fragten wir bei ca. 100 Botschaften und
Konsulaten nach.
Die Gebühren für die Verlängerung von Pässen
(siehe auch Tabelle unten) für eine Person reicht je
nach Staatsbürgerschaft von 10 Euro in Estland bis 137,50
Euro in Ecuador. Für eine 5-köpfige Familie kann
somit die Passverlängerung zu einer teueren Angelegenheit
werden. So würde eine solche Familie aus Ecuador beispielsweise
stolze 687,50 Euro zahlen. Allerdings reicht die Passverlängerung
dann für immerhin sechs Jahre. Ganz anders ergeht es
Zuwanderern aus Afghanistan – mit 112 Euro pro Verlängerung
für ein Jahr, bzw. alternativ 170 Euro für zwei
Jahre lässt sich die Afghanische Botschaft ihren Service
teuer vergüten. Wir hatten vermutet, dass wir andere
Länder finden würden, die ähnlich hohe Gebühren
für Passverlängerung verlangen. In unserer Umfrage
erreichte allerdings kein Land auch nur annähernd den
Preis von Afghanistan. Trotzdem sind auch die Unterschiede
zwischen anderen Ländern beträchtlich. So wird sich
jemand aus dem Tschad sicherlich mitunter fragen, was an seinem
Pass so besonderes ist, dass er fünfmal soviel dafür
bezahlt wie jemand aus Namibia. Sicherlich ganz interessante
Unterschiede, die wir auch in Zukunft weiter verfolgen werden.
Mitunter kann es übrigens ganz schön schwierig sein,
Botschaften oder die zuständigen Abteilungen telefonisch
zu erreichen, um die entsprechenden Informationen zu bekommen.
Bei manchen Botschaften, wie z.B. der russischen, ist uns
dies auch nach vielen Versuchen nicht gelungen. Einige empfingen
unsere Anfrage sehr unfreundlich, bei einigen wurde mehrfach
vergeblich verbunden oder die Rufnummern sind selbst auf der
eigenen Website falsch aufgeführt (Beispiel?) und andere
nannten uns wiederum teuere 0190er-Service-Nummern mit langen
automatischen Ansage-Menüs (z.B. Singapur). Abgesehen
von diesen Einzelfällen konnten wir allerdings feststellen,
dass viele Botschaften sehr ausführlich und freundlich
Auskunft gaben, für die wir uns an dieser Stelle nochmals
herzlich bedanken möchten.
Eigentlich ist der teuerste Pass der kuwaitische. Für
den Pass aus dem Golfstaat stehen weder die Botschaft, noch
das Konsulat zur Verfügung, sondern dafür müssen
Kuwaitis gleich einen Flug in die Heimat einplanen... glücklicherweise
fehlt es den meisten ja nicht an nötigen Kleingeld!
Artikel von Manuela Pantea
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